Warum erkennt man im Alter von knapp 45 Jahren, dass man Personal Trainer werden möchte? Und warum dann auch noch als Gewerbe anmelden? Lebenskrise, Midlife-Crisis? Nichts von alledem, aus Leidenschaft.

Zeit meines Lebens war ich sehr an Sport interessiert. Als Kind hatte ich zwei Berufswünsche, entweder Profi-Fußballer bei Rapid (wo sonst) oder Moto-Cross-Fahrer. Ebenso habe ich davon geträumt, in eine “Sportschule” zu gehen, eine Schule, in der der Sport in den Unterricht integriert ist und höheren Stellenwert genießt, als in “normalen” Schulen. Jede freie Minute wurde im Freien verbracht und fleißig Kalorien verbrannt.

Woher diese Leidenschaft kam ist eigentlich schwer zu erklären. Weder meine Eltern, noch mein unmittelbares Umfeld waren sportlich orientiert. Erst als ich im Alter von 9 Jahren das erste mal bei einem Fußballverein unterkam, hatte ich ein sportliches Umfeld.

Leider waren die Ausbildungsmöglichkeiten und auch die Berufsaussichten für Sportler in den 1980er und 1990er Jahren nicht besonders ausgeprägt vorhanden. “Lern was Gscheits!” war die Devise. So kam wie es kommen musste, ich durchlief eine “seriöse” Berufsausbildung und absolvierte ein ebensolches Universitätsstudium. Den Sport habe ich dabei ein wenig aus den Augen verloren, auch wenn er mich nicht ganz verlassen hat. Wie viele junge Männer kam es auch zur Familiengründung, wodurch natürlich gar keine Zeit mehr für Bewegung und/oder Sport blieb. Die Folge war eine Gewichtszunahme von mehr als 10 Kilogramm. Ich kratzte am “Hunderter”, mein Körper schmerzte und zeigte Anzeichen, die mir gar nicht gefielen. Das ganze im Alter von Anfang 30.

So konnte es nicht weitergehen. Ich raffte mich also auf und beschloss, wieder mehr Bewegung in mein Leben aufzunehmen. Ich nutzte die Donauinsel für Ausfahrten mit dem Rad. Mein Pulsmesser sollte mir helfen, dass ich mich nicht zu sehr verausgabe und am besten nur Fett verbrenne. Eine aus heutiger Sicht ziemlich naive Vorstellung, wo ich doch keine Ahnung hatte, in welchen Pulsbereichen ich trainieren sollte. Ich machte es nach Gefühl. Dennoch merkte ich schnell, dass mir Bewegung gut tut und verloren geglaubte Lebensgeister wieder auferleben ließ. Mein Körper erinnerte sich relativ rasch wieder daran, dass er früher viel Sport betrieb und dass es ihm auch Spaß machte. Ich war also angefixt.

Im Gegensatz zu früher hatte ich jetzt den Radsport für mich entdeckt, zunächst nur das Mountainbiken, später auch das Rennradfahren. 2014 landete ich schließlich bei TriStyle und führte meinen ersten Laktat-Test durch. Es verging ein weiteres Jahr und ein weiterer Laktat-Test, das ich auch begann, nach Plan zu Trainieren und mich vollständig einem Trainer (bzw. in meinem Fall einer Trainerin) anvertraute.

Warum leite ich die Pointe dieses Artikels so lange ein?

Mein Weg zur Überzeugung, was (Personal) Trainer bewirken können, dauerte mehr als 20 Jahre, genauso, wie der Weg vom (Hobby-) Sportler zum Couchpotato und wieder retour. Es sollten nicht alle so lange brauchen wie ich.

Als ich mich entschloss, als Personal Trainer zu arbeiten, waren für mich folgende Punkte ausschlaggebend:

  • Ich kann endlich mein berufliches Leben mit meinem Hobby, meiner Leidenschaft verbringen, dem Sport
  • Ich habe mit Menschen zu tun, die ich bei der Verfolgung ihrer Ziele unterstützen kann.
  • Ich kann Menschen von meinem Know-How und meiner Erfahrung profitieren lassen
  • Ich leiste einen Beitrag zu einem gesunden oder vielleicht gesünderen Lebensstil.

Um den Beruf aber auszuüben, sollte man – freies Gewerbe hin oder her – eine ordentliche Ausbildung machen. Ich habe mich für die TriStyle Academy entschlossen, einfach weil ich bei Lissi Niedereder schon mehrere Jahre sportlich gut aufgehoben war und weil mir das TÜV-Zertifikat auch die nötige Sicherheit gab.

Bleibt noch die Frage offen, warum ich mein eigenes Gewerbe angemeldet habe und nicht in einem Fitness-Center arbeite? Ganz einfach. Ich möchte den Menschen das anbieten, was sie benötigen und was ihnen hilft. Nicht dass, was das beste für das Fitness-Center ist. Ich wollte mein Konzept selbst entwickeln, mit dem Gefühl, den besten Nutzen für meine Kunden zu erzielen.

Gelingt es? Ich denke schon. In der kurzen Zeit durfte ich schon mit vielen Personen unterschiedlicher Leistungsklassen arbeiten und sie einen Schritt näher zum individuellen Ziel bringen. Und das erhaltene Feedback war durchgehend positiv.

Das freut mich und motiviert für die nächsten Aufgaben.

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